Lüneburg und seine Umgebung sind ein wahres Eldorado für Fahrradfans: abwechslungsreiche Landschaften, gut ausgebaute Radwege und zahlreiche kulturelle wie naturnahe Ziele machen die Region ideal für Tagesausflüge oder mehrtägige Touren. Zentraler Ausgangspunkt ist die historische Altstadt mit ihrem weitläufigen Platz „Am Sande“, dem Salzspeicher und dem Deutschen Salzmuseum – perfekt für eine erste Runde durch verwinkelte Gassen, bevor es hinaus in die Natur geht. Die Stadt selbst bietet kurze, ebene Strecken entlang der Ilmenau sowie einige hügeligere Passagen am Kalkberg; für alle Fitnessgrade lässt sich eine passende Tour planen.
Beliebte Strecken führen entlang der Ilmenau, einem grünen Flusstal mit naturbelassenen Uferbereichen und Ruheplätzen. Diese Route ist familienfreundlich, größtenteils asphaltiert und eignet sich auch für ungeübte Radler oder Kinder. Unterwegs laden kleine Orte wie Bardowick zum Zwischenstopp ein, außerdem gibt es immer wieder Rastplätze und gemütliche Hofcafés. Für Genießer empfiehlt sich eine Variante Richtung Bad Bevensen mit Blick auf die Moor- und Flusslandschaften; wer weiterfahren möchte, kann die Strecke zu einer Mehrtagestour ausbauen und kleine Heilbäder oder Strandbäder ansteuern.
Ein weiteres Highlight ist die Lüneburger Heide, die sich südlich und östlich der Stadt erstreckt. Besonders im Spätsommer während der Heideblüte verwandelt sich die Region in ein violettes Blütenmeer – ideal für Fotopausen und entspannte Touren durch weitläufige, offizielle Heidewege. Je nach Strecke wechseln sich ruhigere Feld- und Waldwege mit groberen Kiefernwaldpfaden ab; ein Trekking- oder Gravelbike ist hier oft angenehmer als ein reines Rennrad. Empfehlenswert sind Rundkurse, die kleine Heideorte, Aussichtspunkte und traditionelle Schäferhütten verbinden. Auf gut ausgeschilderten Radwegen lassen sich Tagesetappen von 30–60 km sehr angenehm planen.
Wer das Wasser sucht, kann entlang des Elbufers bei Bleckede oder in Richtung Elbe radeln. Diese Touren bieten weitläufige Flusslandschaften, Vogelbeobachtung und häufige Blicke über die Elbmarschen. An bestimmten Stellen gibt es Fährverbindungen und schöne Rastplätze mit Blick aufs Wasser. Die Wege sind größtenteils eben und eignen sich gut für entspannte Genussfahrten; ein Abstecher in Naturschutzgebiete lohnt sich für Vogelfreunde.
Für sportliche Radler gibt es anspruchsvollere Strecken über Feld- und Waldwege, die auch Teil des regionalen Radnetzes sind. Viele Routen sind gut ausgeschildert, oft mit Hinweisen zu Distanz und Schwierigkeit. Beliebte Apps und Kartenanbieter wie Komoot, Outdooractive oder die ADFC-Routendatenbank bieten detaillierte GPX-Strecken und zuverlässige Höhenprofile – praktisch zur Vorbereitung. Wer ohne Technik unterwegs ist, findet vor Ort ebenfalls Hinweistafeln und lokale Radwegepläne in Tourist-Informationen.
Fahrradverleih und E-Bikes sind in Lüneburg gut verfügbar: am Bahnhof und in der Innenstadt gibt es mehrere Verleihstationen mit klassischen Citybikes, E-Bikes und gelegentlich auch Lastenrädern. E-Bikes erweitern die Bandbreite der möglichen Touren erheblich – Steigungen und längere Etappen sind leichter zu bewältigen. Achten Sie beim Verleih auf Angaben zur Reichweite, Lademöglichkeit der Akkus und auf benötigtes Zubehör wie Rückentaschen oder gutes Schloss. Viele Hotels und Pensionen bieten außerdem Ladesäulen für E-Bikes an.
Familien mit Kindern finden in der Region zahlreiche kurze, sichere Routen: Spielplätze, Freibäder und Bauernhofcafés sind oft leicht zu erreichen, und viele Wege sind flach und gut befestigt. Kinder können an mehreren Stellen in der Stadt und Region kleine Abzeichen oder Mitmachangebote entdecken, etwa im Salzmuseum oder bei Freilichtstationen zur Naturkunde. Für Gruppen gibt es geführte Touren mit lokalem Guide, die historische, kulinarische oder naturnahe Schwerpunkte setzen.
Praktische Tipps: Gute Fahrradschlösser (Bügel- oder Faltschloss) sind in der Stadt wichtig. Eine kurze Werkzeugausstattung, Ersatzschlauch, Pumpe und ein Erste-Hilfe-Set gehören ins Gepäck, ebenso ausreichend Trinkwasser und kleine Snacks. Bei Dunkelheit sind funktionierende Vorder- und Rücklichter sowie reflektierende Kleidung Pflicht. In der warmen Jahreszeit sind Sonnenschutz und Mückenschutz nützlich; in der Heide sollte man wegen freier Weideflächen Hunde an der Leine führen. Prüfen Sie vor Tourenstart Wetter und Bodenverhältnisse—nach Starkregen können Feld- und Waldwege matschig werden.
Wer seine Route mit öffentlichen Verkehrsmitteln kombinieren will: Lüneburg ist gut an das Bahnnetz angebunden; in Regionalzügen sind Fahrräder meist erlaubt, jedoch ist je nach Angebot eine Fahrradkarte oder Reservierung nötig. Das erleichtert flexible Tourenplanung, zum Beispiel gemütlich mit dem Zug in eine andere Ortschaft fahren und von dort zurückradeln.
Ob gemütliche Halbtagesrunde entlang der Ilmenau, sportliche Tagesetappe durch die Heide oder mehrtägige Entdeckungsreise zwischen Salzstädten, Flusslandschaften und Heide – Lüneburg bietet für jeden Radlertyp das passende Angebot. Mit ein bisschen Planung, der richtigen Ausrüstung und einem Blick auf Wetter und Wegbeschaffenheit steht erholsamen Fahrradtouren in und um Lüneburg nichts im Wege.
